20th Jun

2014

Arthrose… Wie kann der Arzt helfen?

Was ist Arthrose?

Gelenke bestehen aus mehreren Teilen und verschiedenen Strukturen. Sie alle können in unterschiedlichem Maße betroffen sein, wenn das Gelenk an Arthrose erkrankt. Hierdurch erklären sich viele Veränderungen des Arthrosegelenks. Nur wenn man sie kennt, kann man die ärztlichen Maßnahmen besser verstehen.

Die Gelenke haben viele Aufgaben.

Bewegung: unsere Gelenke ermöglichen uns Bewegung. Wir führen, ohne uns darüber im einzelnen bewusst zu sein, viele tausend Bewegungen am Tag durch. Verbessert und erleichtert werden diese Bewegungen durch die Gelenkschmiere. Diese Flüssigkeit wird von der inneren Gelenkschleimhaut gebildet.

Stoßdämpfer: Gelenke besitzen Stoßdämpfer, um plötzliche und harte Bewegungen zu dämpfen: den Gelenkknorpel. Dieser glatte und elastische Überzug schützt die Gelenke bei jeder Bewegung und ermöglicht einen einwandfreien Bewegungsablauf.

Halt: Die Bänder und die Gelenkkapsel geben Halt, führen bestimmte Bewegungen und verhindern andere.


 

Die Entwicklung von Arthrose

Die Arthrose entwickelt sich in Stadien.

Frühstadium

Ausgangspunkt jeder Arthrose ist ein Schaden in der Knorpeloberfläche, der sogenannte  „Knorpelschaden“. Oft ist dieser Schaden auf eine kleine Fläche begrenzt. Kurz darauf treten im Röntgenbild erste Verdichtungen des Knochens auf. Es handelt sich um die Knochenbezirke, die unter dem erkrankten Knorpel liegen. Diese Knochenveränderungen sind ein entscheidendes Zeichen für das Frühstadium der Arthrose.

Arthrose bedeutet immer Knorpelschaden mit Knochenveränderungen!

Zwischenstadium

Zwischen Frühstadium und Spätstadium können viele Jahre liegen, deren Zahl von Fall zu Fall wechselt. Auch die Ausprägung der Schmerzen ist sehr unterschiedlich.

Spätstadium

Im Spätstadium haben die Veränderungen stark zugenommen. Der Gelenkknorpel ist nicht nur erkrankt, sondern abgerieben und komplett verschwunden. Die freiliegenden Knochen reiben aneinander. Der Gelenkspalt ist verringert bis aufgehoben. Der Knochen ist wesentlich härter und dichter geworden (im Röntgenbild deutlich erkennbar). An den Rändern der Gelenke sind große knöcherne Zacken entstanden, die Gelenke sind verbreitert und wirken aufgetrieben.

Aktivierte Arthrose

Wenn die Knorpelzerstörung fortschreitet, kann es zu örtlichen Entzündungsprozessen kommen, die sich weiter in das umliegende Gewebe fortsetzen. Das Gelenk ist warm und geschwollen, es treten starke Schmerzen auf. Man spricht von einer aktivierten Arthrose.

Röntgenbild

Die Röntgendiagnostik zeigt das Maß der Arthrose, und ermöglicht über die Jahren die Beurteilung des Verlaufs.


 

Was kann man gegen Arthrose tun?

Selbstverständlich kann man den natürlichen Altersprozess nicht verhindern, aber ein paar Tipps können dazu beitragen, den Prozess aufzuhalten.

Tipps

Gewichtsreduktion

Jedes Kilogramm Körpergewicht zuviel muss von Ihren Knie- und Hüftgelenken getragen werden.

Dosierte Bewegung

Belasten Sie Ihre Gelenke gleichmäßig, vermeiden Sie ruckartige Bewegungen, die mit stoßartigen Belastungen einhergehen.

Sport

Suchen Sie sich eine Sportart aus, die Ihre Gelenke schont und Ihnen Spaß macht. Geeignete Sportarten sind Schwimmen, Aqua-Fitness, Radfahren oder Nordic-Walking. Wir beraten Sie gerne, bei der Wahl Ihrer Livetime Sportart.


 

Die Arthrose kann nicht rückgängig gemacht werden, aber es gibt neue Methoden, die zur Linderung der Schmerzen führen und den Prozess aufhalten.

Nahrungsmittelergänzung

Eine gesunde ausgewogene Ernährung, die ausreichend Nährstoffe enthält, ist generell ratsam. Als sinnvolle Ergänzung empfehle ich Ihnen z.B. Orthomol-Arthro, das Kombinationspräparat mit Glucosamin und Chondroitin. Diese beiden Wirkstoffe haben sich in vielen Studien als wirksamste Nahrungsergänzung zur Knorpelreparatur erwiesen.

Medikamente

Die beste schmerzlindernde Wirkung erzielen die NSAR (Nicht-Steroidale Anti-Rheumatika), zum Beispiel Diclofenac oder Ibuprofen. Diese Medikamente haben eine doppelte Wirkung. Sie wirken entzündungshemmend bei der aktivierten Arthrose. Dies wird ergänzt durch die schmerzstillende Wirkung. Diese Medikamente erhalten Sie auf Rezept von mir oder Ihrem Hausarzt.

Gelenktherapie mit Hyaluron

Die Substanz Hyaluron kommt im menschlichen Körper vor, insbesondere in den Gelenken. Sie sorgt für die Gleiteigenschaft der Gelenkflüssigkeit und trägt zur optimalen Nährstoffversorgung des Knorpels bei.  Therapeutisch wird die Substanz über eine Spritze direkt in das betroffene Gelenk eingeführt. Die Spritzen erfolgen generell wöchentlich. Mit einer Linderung der Schmerzen ist oft nach der dritten Spritze zu rechnen.
Mehr Information zu dieser Therapie entnehmen Sie bitte der Broschüre Hyaluron.